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Schwaben erlesen!

Die Heimat von Friedrich Schiller und Hermann Hesse ist die Wiege berühmter Dichtung und Bücherschätze. Nirgendwo sonst kann man an so vielen Orten großen Denkern, Buchpionieren und Lesetrends nachspüren. Tauchen Sie ein in diese Welt des gedruckten Wortes. Auf einer Reise durch Württemberg führt Bernhard Hampp Sie hinter die Kulissen bedeutender Literatureinrichtungen, zeigt Ihnen bibliophile Kleinode, angesagte Lesecafés und ein begehbares Buch. Er stellt Ihnen gewitzte Buchfälscher, philosophische Überflieger und Minnesänger vor. Gehen Sie mit auf Bücherschatzsuche!

Schwaben erlesen! Württemberg für Literaturfreunde und Bibliophile
192 S. / 17 x 24 cm / Gebunden mit Lesebändchen
ISBN 978-3-8392-2123-5

Jetzt vorbestellen:
Bernhard Hampp: Schwaben erlesen!
27.7.17 13:31


Schwaben erlesen!

Schwaben erlesen!
Württemberg für Literaturfreunde und Bibliophile
von Bernhard Hampp

Gmeiner Verlag
erhältlich ab 6. 9. 2017 im Buchhandel

Lesungen mit dem Autor können ab sofort vereinbart werden. Einfach über die Schaltfläche links kontaktieren.

11.4.17 10:56


Krippenautomat

Das "Schwäbisch-alemannische Krippenbuch" von Rüth erzählt über ein einzigartiges Kunstwerk, das von den Bombenangriffen auf Dresden im Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist.



Der in Augsburg ansässige Uhrmacher Hans Schlottheim schuf in den Jahren um 1585 bis 1588 einen Krippenautomaten. Die Spieluhr war aus vergoldetem Messing und Silber und 92 Zentimeter hoch. Sie besaß einen Unterbau, der von zwei Löwen getragen wurde und mit Reliefs biblischer Szenen geschmückt war. Auf einer Art Dachterrasse ist die Geburtsszene Jesu zu sehen - darüber, auf einem Aufsatz, das Himmelsgewölbe und der Turm zu Babel.

Das Orgelwerk konnte weihnachtliche Weisen spielen. Der Krippenautomat war ein Weihnachtsgeschenk an den sächsischen Kurfürsten Christian I. von seiner Gemahlin Sophie. Er war zuletzt im Mathematisch-Physikalischen Salon der Dresdner Kunstsammlungen ausgestellt.

Der Sekretär und Archivar Joachim Müller schrieb darüber 1654: "Ein silbern-vergüldetes Uhrwerk, darinnen die Historia von der Gebuhrt Christi, do sich der Himmel, worinnen die Heilige Dreifaltigkeit und Engel aufthut, die Engel vom Himmel herab kommend, singen: ,Vom Himmel hoch da komm ich her.' Nachdem sich nun die Engel wieder hinauf ziehen, gehen die Hirten, deren drey, und die Magi aus dem Morgenlandt, jeder mit zwei Dienern begleitet, um das Christkindlein, welches neben Maria und Josephen in einer Wiege lieget, im Stall beym Oechslein und Eselein, wenn sie vorübergehen, machen sie eine Reverenz, wenden sich wiederumb, gehen fort und darauf hört man singen, indem Joseph wieget, Joseph, lieber Joseph usw., da denn das Oechslein und Eselein aufspringen."
15.1.15 13:50


Geisterhäuser

El País berichtet heute über eine aktuelle Entwicklung in der Vega Baja (Costa Blanca, Spanien). Zig (eigentlich sind es Hunderte oder gar Tausende) Neubauhäuser stehen dort leer. Sie sind in Zeiten des Immobilienrausches mitten in die Huerta gebaut worden.

Jetzt bedienen sich Plünderer in diesen Geistersiedlungen. "Kupfer, Türen, Eisen, sie nehmen einfach alles mit", berichtet ein Umweltschützer dem Blatt. Das sehe ich positiv: So sind diesen wertvollen Ressourcen wenigstens nicht komplett verschwendet.

Vorschlag: Könnte man zwischen diesen Ruinen nicht wieder Orangen- und Zitronenbäume pflanzen? Dann könnte sich die Natur langsam ihr Terrain zurückerobern und diese Wunden, die die Bauwut verursacht hat, würden heilen.

Hier der Artikel:
http://ccaa.elpais.com/ccaa/2014/08/18/valencia/1408387508_807155.html
19.8.14 08:24


Der Ton-Künstler - Okarinabauer Jesús Palazón

Weil mich ein Freund von Jesús Palazón auf diesen Artikel angesprochen hat, mache ich ihn wieder online zugänglich.     

 

 

 

 Der Ton-Künstler

Jesus Palazón hat die Okarina zurück nach Mallorca gebracht

Von Bernhard Hampp 

Das Geheimnis der Okarina steckt in den Proportionen. Die Größe kann unterschiedlich sein, vom winzigen Pfeifchen bis zum melonengroßen Bass. Auch die Anordnung der Löcher kann variieren. Aber die Form ist immer gleich: länglich, spitz zulaufend, mit einer Auswölbung zum Hineinblasen. „Sonst ist es eine Flöte oder eine Trillerpfeife – aber keine Okarina“, sagt Jesus Palazón. Trotz gleicher Bauweise hat jede Okarina einen ganz persönlichen Klang. Sie ist ein eigenwilliges Instrument.  

Das verbindet sie mit Jesus Palazón. Er weigert sich, Auto zu fahren und lehnt Computer ab. Sein Leben sind die Musikinstrumente, mit denen er seine Wohnung an Palmas Hafen voll gestopft hat. Palazón ist ein Virtuose auf der Mundharmonika, er beherrscht Klavier und Kontrabass. Kein Instrument aber behandelt er so liebevoll wie die tönerne Okarina, deren Tonumfang nur anderthalb Oktaven umfasst. Denn dieses Instrument ist einzigartig. Schon, weil sich die gleichen Noten mit verschiedenen Griffkombinationen spielen lassen. Daher ist es möglich, schwierige, eigentlich unspielbare Passagen zu intonieren.  

Palazón demonstriert es und flötet eine kubanische Habanera, verfällt dann in Jazzklänge. Bei einem Menuett von Boccherini hört er völlig unvermittelt auf, die Finger zu bewegen. Das Menuett klingt trotzdem weiter. Den erstaunten Blick quittiert der Musikant mit einem Lachen: „Diese Spieltechnik habe ich erfunden.“ Man singe gewissermaßen in das Instrument hinein. „Wo zum Teufel holst du alle diese Noten her?“, hat ihn ein Lehrer vor Jahren gefragt. Die Okarina sei der menschlichen Stimme sehr ähnlich. „Ich muss sie zum Singen bringen“, schwärmt er.  

An dieser Aufgabe sitzt Palazón seit Jahren. In seiner Werkstatt schafft er Okarina-Persönlichkeiten. Jedes Mal probiert er Neues aus, um mehr Noten und mehr mitklingende Obertöne zu erschaffen. Den Ton macht der Ton. Er ist ein lebendiges Material. Wenn Palazón ein in C gestimmtes Instrument haben will, modelliert er es in H. Während des Bauens stimmt er es dreimal neu. Zuerst im rohen Zustand, wenn er den Ton formt und mit seinen Messern, Spateln und Stiften durchbohrt. Dann muss die Okarina trocknen, am besten langsam in einer Schublade, mindestens zehn Tage, bevor sie zum zweiten Mal gestimmt wird. Wenn der Ton schließlich gebrannt ist, müssen noch einmal Feinkorrekturen vorgenommen werden.    

„Eile ist fehl am Platz“, sagt Palazón, der mehr als 500 Okarinas Leben eingehaucht hat. Ein Experiment war die Okarina aus Zeitungspapier, die gar nicht einmal so schlecht klingt. Eines der Exemplare ist so gebaut, dass der Spieler mit ein wenig mehr Luft in die zweite Oktave überblasen kann – „die Okarina der Zukunft“, begeistert sich Palazón. Palazón verkauft selten eine Okarina, er baue die Instrumente nicht zum Geldverlieren, lächelt er, sondern „zum Geld verlieren“.  

Unsummen hat er in seine Okarinasammlung gesteckt. Aus immer neuen Schubladen zieht er seine Schätze: Eine deutsche Okarina aus Porzellan, eine japanische aus blauem Plastik, eine winzige, sündhaft teure Sopranokarina und ein etwas klobiges österreichisches Instrument. Der Meister nimmt es aus der Lade, spielt zwei, drei Töne an und legt es abfällig weg: „Auténtico desastre“ (wahre Katastrophe), murmelt er.  

Nicht viel besser klingt Palazóns erste Okarina, die er sich als Junge in seiner Heimatstadt Zaragoza gekauft hat. Die Okarina ist kein altehrwürdiges Instrument, wie man vielleicht vermuten könnte. Erst 1853 hat der Bäcker Giuseppe Donati in dem italienischen Dorf Budrio das Instrument erfunden und ihm als Jux die Form einer Gans (italienisch oca) gegeben. Mehrere italienische Instrumentenbauer, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hier lebten, brachten das Instrument auf die Insel. Es kam bei den Mallorquinern hervorragend an und wurde schnell ein wichtiger Bestandteil der Volksmusik. Okarinakapellen gab es in Palma, Bunyola und Manacor.  

Ein legendärer mallorquinischer Okarinabauer des 20. Jahrhunderts war Benet Mas. Ihm fehlte ein Finger, deshalb erfand er ein eigenes System der Lochanordnung. Nachdem 1920 das letzte Konzert mit Okarina-Beteiligung in der Kirche Santa Maria Camí stattgefunden hatte, versank das Instrument hierzulande in der Versenkung. Erst Palazón, der vor 30 Jahren auf die Insel kam, grub die Tradition wieder aus. Inzwischen ist die Okarina aus der mallorquinischen Folklore nicht mehr wegzudenken. Kunsthandwerkerinnen wie Catalina Payeras und Carme Hermoso bauen in ihren Werkstätten möglichst originalgetreue, mallorquinische Okarinas. Letztgenannte bietet ihre Instrumente des Öfteren auf den Handwerkermärkten der Insel zum Verkauf an.   Palazón unterdessen ist weiter auf der Suche nach dem perfekten Instrument. Wenn ein Exemplar nicht so gelingt, wie er es haben möchte, wirft er aus dem Fenster. Er sagt: „Palmas Hafenbecken muss mittlerweile voller Okarinas sein.“

 

Erschienen in Mallorca Zeitung Nr. 202, 12. Woche 2004

31.5.14 16:34


Über Max Reinhardt

Aus dem Programmheft zu "Shakespeare in Hollywood", Dramatisches Ensemble 2012:




Ein Regisseur als Star? Undenkbar. So war es vor Max Reinhardt. Was ein Regisseur heute ist: ein Macher, der die Fäden in der Hand hat, die Schauspieler anleitet, dem Stück seinen Stempel aufdrückt - das ist Reinhardts Vermächtnis.

Der Mann, der in Wien als Sohn des jüdischen Kaufmanns Wilhelm Goldmann in einfachsten Verhältnissen aufwuchs, über eine Schauspielerkarriere zum Leiter des Deutschen Theaters Berlin und gefeiertesten Regisseur im deutschsprachigen Raum avancierte, der 13 Theater baute oder umbaute, die Salzburger Festspiele gründete, Filme drehte, Monumentalspektakel und Kammerspiele inszenierte, war kein Theoretiker. Er hinterließ kein Lehrbuch, keine Schauspieltheorie. Er schrieb keine Stücke. Er war kein Vertreter einer Strömung oder einer politischen Tendenz, der das Theater als Vehikel für Botschaften nutzte. Reinhardt war ein Spieler, ein Enthusiast, dessen Begeisterung für das Theater in allen Lebenslagen überschäumte. „Ich bin auf der vierten Galerie geboren“, sagte er über sich.

Reinhardt faszinierten alle Facetten des Theaters. Detailversessen stürzte er sich auf Bühnenbau, Musik, Malerei, Ausstattung, Kostüme, Lichttechnik, visuelle Effekte. Er liebte Farbe und Bewegung. Nicht allen gefiel das: Als „Reklamowitz-Klimbimski“ verhöhnte ihn der Kritiker Alfred Kerr. Reinhardt war alles willkommen, was Begeisterung und Emotionen beim Zuschauer weckte. Die ganze Welt sollte ein Spiel sein. Reinhardt setzte Elemente aus Revue und Operette ein, schuf großes Illusionstheater, inszenierte in einem mächtigen Zirkuszelt griechische Tragödien und ließ 1920 erstmals den Jedermann auf dem Salzburger Domplatz auftreten. Reinhardt liebte die Drehbühne, die ganz neue, spektakuläre Bühnenbilder erlaubte. „Um zehn Uhr dreht sich bei Reinhardt der Wald“, wurde in Berlin zum geflügelten Wort.

Gleichzeitig aber auch den Begriff des Kammerspiels für kurze Stücke mit kleinen Ensembles, deren Handlung sich vor allem in den Beziehungen der Personen zueinander und in ihrer Psyche abspielt. „Die Schauspieler und die Zuschauer zusammenzubringen – so dicht aneinander gedrängt wie nur möglich“, wollte Reinhardt.

Stummes Spiel, Pantomime, Tanz - Reinhardt nutzte alle Darstellungsformen auf dem Weg zum perfekten Spiel, das für ihn nur die perfekten Schauspieler liefern konnten. Reinhardts intensive Arbeit mit seinen Schauspielerensembles ist legendär. Er schrieb: „Man liest ein Stück. (...) Man sieht jede Gebärde, jeden Schritt, jedes Möbel, das Licht, man hört jeden Tonfall, jede Steigerung, die Musikalität der Redewendungen, die Pausen, die verschiedenen Tempi. Man fühlt jede innere Regung, weiß, wie sie zu verbergen und wann sie zu enthüllen ist, man hört jedes Schluchzen, jeden Atemzug.“ Reinhardt entdeckte Heerscharen von Schauspielern und machte sie berühmt. Er gründete Schauspielschulen wie das heute noch bestehende Wiener Max-Reinhardt-Seminar.

Reinhardt holte die Klassiker aus dem Museum, brachte Shakespeare und Büchner, aber auch Wedekind und Hofmannsthal auf die Bühne, sah klassische Tragödien und Komödien mit jungen Augen und machte ganz nebenbei das Medium Programmheft populär. Der Theatrarch unter den Regisseuren war auch ein erfolgreicher Geschäftsmann, der mit seinem Bruder Edmund einen Theater-Konzern aufbaute, andere Häuser übernahm, Europa-Tourneen organisierte und Filme drehte.

Seinem Erfolg setzten jedoch die Nazis ein jähes Ende, die ihn 1937 zur Emigration zwangen. An die alten Erfolge konnte er in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr anknüpfen. Den „Sommernachtstraum“ verfilmte Reinhardt tatsächlich in Hollywood - allerdings schon vor seiner Übersiedlung, von 1934 bis 1935. Die mit 1,5 Millionen Dollar bis dahin teuerste Hollywood-Produktion erhielt einen Oscar, wurde aber nicht zum Publikumsrenner.

Reinhardt selbst beschrieb seine lebenslange Leidenschaft so: „Die Leidenschaft, Theater zu schauen, Theater zu spielen, ist ein Elementartrieb des Menschen. Und dieser Trieb wird Schauspieler und Zuschauer immer wieder zum Spiel zusammenführen und jenes höchste, alleinseligmachende Theater schaffen. Denn in jedem Menschen lebt, mehr oder weniger bewusst, die Sehnsucht nach Verwandlung. Wir alle tragen die Möglichkeiten zu allen Leidenschaften, zu allen Schicksalen, zu allen Lebensformen in uns."

(Bernhard Hampp)
22.12.12 21:07


27.7.12 08:51


Zeit

Das Leben ist lang, aber die Zeit ist kurz, sie hat nichts als Augenblicke.

Jean Paul: Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht
9.1.12 18:07


Was spricht dagegen...

...in der Vergangenheit zu leben, wenn die Gegenwart beschissen ist? Das Leben ist kurz.
4.12.11 14:28


Hoffmanns Kobolde verstecken sich im Nördlinger Klösterle


NÖRDLINGEN / ij Das Dramatische Ensemble Nördlingen bringt das fantastische Märchen „Der goldne Topf“ nach E.T.A. Hoffmann vom 11. bis 13. November auf die Klösterle-Bühne in Nördlingen. Aufführungstermine sind am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 14 und 19 Uhr. Bernhard Hampp, Gerhard Munk und Stefan Rauwolf inszenieren die eigens bearbeitete musikalische Bühnenfassung des romantischen Klassikers. Marcus Prügel hat die Musik komponiert. Das opulent inszenierte Fantasietheater, das sich am Stil des Filmemachers Tim Burton orientiert, erzählt von sprechenden Schlangen, feuriger Liebe und Hexenzauber und wartet mit vielen Überraschungen und Knalleffekten auf. Unter den skurrilen Gestalten, die die hoffmanneske Welt bevölkern, sind auch drei Kobolde, dargestellt von Ludwig Müller, Cornelia Meyer und Oliver Böckh (Unser Bild von links). Karten sind bei der Tourist-Information Nördlingen, Telefon 09081/84116) oder im Internet unter dramatisches-ensemble.de erhältlich.

Erschienen am 11. Oktober 2011 in der Ipf- und Jagst-Zeitung/Aalener Nachrichten
12.10.11 09:17


Und...

... leider muss ich gestehen, dass ich immer noch mehr deutsche als andere Bücher lese.

Papst Benedikt XVI. auf seinem Flug nach Berlin
24.9.11 20:09


Dramatisches Ensemble - Der goldne Topf

Für das Stück "Der goldene Topf" hat jetzt der Vorverkauf begonnen. Das Dramatische Ensemble Nördlingen bringt das fantastische Märchen nach E.T.A. Hoffmann (1776 bis 1822) vom 11. bis 13. November auf die Klösterle-Bühne. Aufführungstermine sind am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 14 und 19 Uhr.

Bernhard Hampp, Gerhard Munk und Stefan Rauwolf inszenieren die eigens bearbeitete musikalische Bühnenfassung des romantischen Klassikers. Marcus Prügel hat die Musik komponiert. Das opulent inszenierte Fantasietheater erzählt von sprechenden Schlangen, feuriger Liebe und Hexenzauber und wartet mit vielen Überraschungen und Knalleffekten auf. Das DE möchte damit an die erfolgreiche Inszenierung von "Sugar - Manche mögen's heiß" im vergangenen Jahr anknüpfen.

Karten sind bei der Tourist-Information (Marktplatz 2, Nördlingen; 09081/
84116) oder im Internet unter dramatisches-ensemble.de erhältlich.

Das DE weist darauf hin, dass in diesem Jahr wegen veränderter Brandschutzauflagen im Stadtsaal Klösterle ein verringertes Kartenkontingent zur Verfügung steht, einzelne Vorstellungen also rasch ausverkauft sein könnten.
15.9.11 14:36


29.7.11 16:25


Lyrik einer nackten Seele

Gedichte der Tänzerin Claire Bauroff

Von Bernhard Hampp

Eine Große der Dichtkunst war sie nicht, die 1984 gestorbene Tänzerin Claire Bauroff. Dafür ist ihr nun erschienener Gedichtband „Wandlung aber ist das Leben“ ein faszinierendes Stück Kunst- und Zeitgeschichte. Er ist die erste Veröffentlichung zu Bauroff, die in den Zwanzigerjahren in Berlin, Wien und München als Pantomimin und Aktmodell triumphierte. Bauroffs späte Gedichte, wohl eher als eine Art privates Tagebuch entstanden, enttäuschen, wo „Bergbäche rauschen“ und das Meer in kleinen Wellen „plaudert“ – sie fesseln aber, wo der menschliche Körper im Mittelpunkt steht, in Anspannung beim Tanz, in seinem Verfall in Krankheit und Alter.
Spannend zu lesen ist das Nachwort, das Bauroffs Rolle in der Bohème der Weimarer Republik in Dokumenten aufleben lässt. Etwa Hermann Brochs Gedicht „Die Tänzerin“. Der Wiener Philosoph und Schriftsteller erlebte eine kurze, intensive Affäre mit Bauroff. In die Kunstgeschichte ging Bauroff, die aus Weißenhorn bei Ulm stammte, als Modell für Fotografinnen wie Lotte Jacobi oder Trude Fleischmann ein. Einige Fleischmann- Fotografien sind in dem Büchlein zu sehen. Die meisten zeigen Bauroff so, wie sie das Publikum in der Berliner Scala und anderen Tanztheatern bewunderte: splitternackt. Das ähnelt jedoch weder der verklemmten Pornografie jener Zeit, noch der der unfreiwilligen Komik der frühen Nudistenbewegung, schon gar nicht dem plumpen Körperkult der Nazis. Bauroff schuf in ihren Pantomimen, Performances, Stummfilmauftritten und Körperskulpturen eine selbstbewusste, heute noch bezaubernde Nacktheit, die ein Kritiker 1925 die „Lyrik des Körpers“ nannte. Er schrieb: „Ihr ganzer Körper sieht dich an: nackte Seele.“

Wandlung aber ist das Leben: Gedichte von Claire Bauroff (1895- 1984). Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Ralf Georg Czapla. Bonn: Bernstein Verlag. 96 Seiten, 12,80 Euro

Erschienen in Schwäbische Zeitung, 20. Mai 2011
26.6.11 08:23


Der Spruch war natürlich nicht von ihm

"Früher haben wir hungrige Leute satt gemacht, heute machen wir satte Leute hungrig", sagte mir ein Bäcker.
10.6.11 10:33


Das soll mal einer verstehen

Deutschland beteiligt sich jetzt nicht am Krieg in Libyen. Hätten Merkel und Westerwelle Truppen in einen solchen Konflikt geschickt, hätte es in den vergangenen Jahren (seit dem Golfkrieg 1990, wir erinnern uns an die Mahnwachen etc.) immer geheißen: Wie kann man nur? Noch dazu in einem Ölstaat?

Was ist jetzt grundsätzlich anders? Wieder ist die Rechtfertigung, ein Volk vor seinem wild gewordenen Diktator zu schützen und einen blutigen Bürgerkrieg zu beenden (siehe Irak, Jugoslawien etc.)

Nun lautet der Tenor der Zeitungskommentare aber auf einmal: Wie kann man nur ein solcher Drückeberger sein und die Verbündeten im Stich lassen? Wieso halten wir Deutsche uns raus und schicken keine Soldaten?

Was treibt die Leitartikler zu dieser völlig neuen Einschätzung der Dinge? Was ist in Libyen grundsätzlich anders? Ich weiß es wirklich nicht - man kann für oder gegen diesen Krieg sein, finde ich. Es ist eben nicht so, dass es nur eine vernünftigerweise einzunehmende Position gibt.

Dass jetzt im Stil von "Jeder klar denkende Mensch muss für diesen Militäreinsatz sein, wir Deutsche sollten uns schämen..." kommentiert wird, kann ich nicht ganz verstehen.
20.3.11 09:41


Eindrücklich

Ein spannendes Zeit-Dossier für alle, die Musik lieben:Das Vorspiel
1.3.11 21:45


Denkmäler

Hans Magnus Enzensberger und Franz Greno haben in Donauwörth ihr gemeinsames Buch "Album" vorgestellt. Vorweg: Das Buch ist schön und lesenswert, vor allen Dingen schauenswert, denn Greno hat tief in die Gestaltungskiste gegriffen. Wie ein Kind, das alle seine Farbstifte ausprobiert.

Enzensberger und Greno: Zwei alte Herren, geistreich und originell, die sich gut verstehen, so weit das bei berühmten, geistreichen, originellen und älteren Herren überhaupt geht. Die sich meistens höflich ausreden lassen. Wie steht es um die Welt, die sie umgibt? Verstehen sie die noch? Wollen sie die überhaupt noch verstehen? Kann sein, dass man das Zuhören, das Ernstnehmen, das Interessiertsein an der Außenwelt irgendwann verliert.

"Kurz bevor man einschläft, sieht man die Dinge nicht geordnet, sondern durcheinander", sagt Enzensberger. Ich glaube: Wenn man aufwacht, ordnet man sie für sich selbst, jeden Tag auf seine ganz eigene Weise. Das haben die beiden getan. Und so entsteht etwas wie das "Album", das zwar den Eindruck des Ungeordneten erwecken will, aber natürlich in höchstem Maße organisiert und geordnet ist - eben nach den Gesichtspunkten, die Greno, Enzensberger und viele andere, die ihre Finger im Spiel hatten, als zweckmäßig oder schön oder beliebt empfinden.

Die beiden Großen des gedruckten Buches haben sich ihre Welt geordnet. Es ist keine heile Welt, aber eine schöne. Sie sind Denkmäler, mit denen man zwar nicht mehr ohne Weiteres reden kann, die man aber - mit großem persönlichen Gewinn - bewundern darf.
26.2.11 10:29


Von Rittern, Mördern und Wasserleichen

Friedlich plätschert die Eger an dem verwunschenen Gemäuer vorbei. Das Stolchsche Schloss in Trochtelfingen, das auf das Jahr 1350 zurückgeht, wurde in den Jahrhunderten Zeuge vieler Schicksale und Geschichten. Eine davon erzählt die blutige Sage der Kapelle von Trochtelfingen.

Von unserem Redakteur
Bernhard Hampp

„Da brachten eines Abends auf von Ästen und Zweigen geflochtener Bahre Knechte die Leiche des Erstgeborenen ins Schlösslein. Stumm und das Kainszeichen auf der Stirne folgten die beiden anderen, und es fuhr wie ein entsetzlich grell leuchtender Blitz durch die Jammernacht des trostlosen Vaters, dass die Brüder den Bruder erschlagen.“ So liest man im Buch „Geschichten, Sagen und Legenden des Bayernlandes“, das 1845 in Nürnberg gedruckt wurde.

Der Bluttat vorausgegangen war laut der Sage das, was man heute eine Familientragödie nennen würde. Der Schlossherr Ritter Gerung von Emershofen verlor seine Frau, Margaretha von Holheim, bei der Geburt des ersten Sohnes Hans. Darauf heiratete er seine Jugendliebe, Wiltrude von Schopflohe, die ihm zwei weitere Söhne gebar, aber stets voller Hass gegen den Stiefsohn Hans war. Schließlich erschlugen die beiden Söhne Wiltrudes Hans und flüchteten. Die Mutter sah die beiden nie wieder, doch sie erfuhr von einem fremden Wanderer deren Schicksal: „Und nun fing er an zu erzählen, wie er als Pilger ins Morgenland gekommen, wie er dort unter den Maltesern zwei ritterliche Knappen kennengelernt, welche, als Büßende um einer schweren Sünde willen, vom Papst in den Krieg gegen die Türken gesendet, düster und in sich gekehrt, ohne Wappen und Namen, als die Tapfersten der Tapferen in einem Gefechte schwer verwundet worden seien.“ Daran, so der Pilger, seien sie gestorben. Die Mutter, voller Reue, ließ an der Eger dem heiligen Bartholomäus eine Kapelle errichten.

„Die Sage hat einen historischen Kern“, klärt der Bopfinger Heimathistoriker Axel Stolch auf. Er hat über die Geschichte seiner Ahnen, die das Schloss im Jahr 1641 kauften, geforscht. Dabei stieß er auch auf die Chronik der Familie von Emershofen aus dem 16. Jahrhundert: „Gerung und Conrad schlugen Hansen iren bruder zuo tod“, heißt es dort unmissverständlich. Und auch ein Bild der Kapelle sowie der Schluss der Sage finden sich dort: „Dernach ließ die selbig stiefmuttern Sant Bartholomess capeln machen die vor gemalt ist zuo Trochtelfing die noch statt.“

Die Kapelle gibt es zwar nicht mehr, aber Stolch weiß: „Sie stand am westlichen Ortsende, wo heute die Neumühle ist, die früher auch Kappelmühle genannt wurde.“ Die Ritter von Emershofen, so wird vermutet, waren etwa von 1300 bis 1525 im Ries ansässig. Das Schloss ist urkundlich wieder 1641 erwähnt, als es der Obristwachtmeister Heinrich Stolch für 1700 Gulden von Georg Freiherr von Stein zu Diemanstein kaufte. Noch heute ist das Stolchsche Schloss im Besitz einer Linie der Familie Stolch.

Deren Stammvater Heinrich Stolch, ein Major im Regiment des Johann Graf von Götz muss ein reicher Mann gewesen sein. Aber auch ein raubeiniger Kerl: So werfen ihm alte Gerichtsakten vor, er habe seinen Soldaten oft Lohn und Brot vorenthalten. „Woher er das viele Geld hatte, kann man sich denken“, sagt Axel Stolch. Auch sonst war der Schlossherr nicht zimperlich. Friedrich Meier, ein Küfer aus Aalen, gab zu Protokoll, er sei bei Aufhausen von Heinrich Stolch überfallen worden, der ihn mit gezückter Pistole bedroht hatte: „Wohin, du ausgerissener, leichtfertiger Vogel?“

Erstaunlicherweise kam es fast zu einer Neuauflage der Sage unter umgekehrten Vorzeichen: Denn Heinrich Stolch heiratete die Adelige Ursula Dorothea von Gaisberg aus dem Remstal. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, Georg Heinrich. Weil der Vater früh starb, heiratete die Mutter den Rittmeister Liborius Ebers, der den Stiefsohn loswerden wollte: So schickte man Georg Heinrich zuerst lange Jahre zum Studieren, danach zum Militär.

Als er schließlich nach Trochtelfingen zurückkehrte, war ihm kein Glück beschieden. 1704 fand man Georg Heinrich Stolch ertrunken in der Eger. „Ob er sich selbstmörderisch ins Wasser gestürzt hat oder ob es ein Unfall nach der Frühmesse war, bleibt bis heute ungeklärt“, sagt Axel Stolch. „Er war sehr der Melancholie ergeben“, stellt das Trochtelfinger Kirchenbuch lapidar fest.



Der I. hiess Hans vnd was als keck als der vatter vnd von seiner keckheit wegen must er sterben vund erstachen selb die brüder in. das machet sein stieffmutter die was eine von schopfloch.

Chronik der Familie von Emershofen

(Erschienen in Schwäbische Zeitung, 24.12.2010)
28.12.10 09:45


Es ging schon mal besser

Lichte glänzt der Dichter
Im Advent ist dicht er
Dicht vom Fühlen-Suchen
Und vom Lebenskuchen
Sieht er Sterne glänzen
Packt es ihn zur Gänzen
Lichterheilig hoffen
Gnadenreich besoffen.
12.12.10 16:07


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